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Gemeinsame Stellungnahme gegen „Lex Palantir“

Die AG KRITIS unterstützt die gemeinsame Stellungnahme zivilgesellschaftlicher Organisationen gegen die geplante Ausweitung automatisierter Datenanalysen und biometrischer Überwachungsmaßnahmen.

Die vorgesehenen Befugnisse würden den Sicherheitsbehörden einen massiven Ausbau datengetriebener Überwachungsinfrastrukturen ermöglichen – einschließlich der Verknüpfung großer Datenbestände und automatisierter Analyseverfahren nach dem Vorbild von Palantir.
Es droht eine schleichende Normalisierung umfassender Personenanalysen und digitaler Rasterfahndung. Systeme dieser Art schaffen neue Machtasymmetrien zwischen Staat und Bevölkerung, ohne dass demokratische Kontrolle, Transparenz oder technische Nachvollziehbarkeit ausreichend gewährleistet wären.

„Die Bundesregierung trägt Verantwortung dafür, dass die Grundrechte der Bürgerinnen und Bürger auch im Zeitalter automatisierter Massenüberwachung wirksam geschützt bleiben. Die vorgesehene Einführung dieser Überwachungsinstrumente steht dieser Verantwortung diametral entgegen.“

Auch wenn sich Sicherheitsbehörden über einen qualitativen Sprung in der Überwachungsinfrastruktur freuen würden – wir als AG KRITIS wollen diese flächendeckende Verfolgbarkeit und Überwachung der Bevölkerung nicht. Grundrechte dürfen nicht unter dem Schlagwort technologischer Effizienz ausgehöhlt werden.

 

 

Stellungnahme zur Anhörung im Innenausschuss des Niedersächsischen Landtages zur Einführung von Palantir

Der Gründer und Sprecher Manuel HonkHase Atug  wurden vom Innenausschuss des Niedersächsischen Landtages als Sachverständiger in der Anhörung zur Einführung von Palantir am 12.03.2026 berufen und wir wurden um Stellungnahme zum Antrag der Fraktion der CDU – Drs. 19/8214 „Polizeiarbeit in das Zeitalter der Digitalisierung überführen – verfahrensübergreifende Datenanalysen in Echtzeit ermöglichen“ aufgefordert.

Manuel ‚HonkHase‘ Atug, Gründer und Sprecher der AG KRITIS:

„Statt viel Geld in bürgerrechtsverachtende Spionagesoftware aus dem Hause Palantir zu investieren wäre es daher zielführender, P20 endlich zu priorisieren und umzusetzen. Dabei ist die Kennzeichnung aller polizeilichen Daten vorzunehmen und die Zweckbindung zu achten.

Palantir ist nicht nur Software, sondern Machtinfrastruktur. Sie mag Sicherheitsbehörden als effizientes Ermittlungswerkzeug dienen – in einem anderen politischen Kontext kann sie jedoch schnell zum Instrument systematischer Überwachung und Verfolgung werden.

Wer diese Risiken relativiert, verkennt die politische Dimension digitaler Sicherheitsarchitekturen. Denn Infrastrukturen für Sicherheit sind immer auch Infrastrukturen für Macht – und Macht verlangt demokratische Kontrolle, bevor sie installiert wird.“

 

Die Rede von HonkHase zur Einführung von Palantir im Innenausschuss des Niedersächsischen Landtages am 12.03.2026 steht hier zum Download bereit:

Die Stellungnahme der AG KRITIS zur Einführung von Palantir im Innenausschuss des Niedersächsischen Landtages vom 1.03.2026 steht hier zum Download bereit:

Das Wortprotokoll der Anhörung wertet ihr noch hier finden: