Beiträge

Don‘t shoot the messenger, fix the (f)law!

Die Gesellschaft für Informatik hat ein Whitepaper zur dringend nötigen Reform des Computerstrafrechts veröffentlicht. Als AG KRITIS haben wir am Konsultationsprozess mitgewirkt und unsere Meinung sowie die bisherigen Stellungnahmen eingebracht.

Das Papier bringt es auf den Punkt: „Security by Obscurity“ ist kein Sicherheitskonzept. Und es bleibt nicht bei diesem Befund: Wer Schwachstellen finden und melden soll, muss auch die dafür nötigen Werkzeuge nutzen dürfen. Die GI fordert daher, dass eine Reform nicht bei § 202a StGB haltmacht, sondern auch das Hackertool-Verbot in § 202c StGB grundlegend anpasst sowie weitere Paragraphen.

Ein wichtiger Schritt hin zu einer Meldekultur, in der ethisches Hacken endlich Anerkennung statt Strafverfolgung erfährt. Das vollständige Whitepaper gibt es hier:

Wir hoffen, dass dieses starke Papier bei der Regierung auf offene Ohren stößt und die notwendigen Reformen schnellstmöglich angestoßen werden.

Erste Fraktion im Deutschen Bundestag fordert ein Cyberhilfswerk

Die Fraktion der freien Demokraten im Deutschen Bundestag hat auf Drucksache 19/24632 einen Antrag mit dem Titel: „Pandemie als digitalen Weckruf ernst nehmen – Umfangreiche
Digitalisierungsstrategie vorlegen“ veröffentlicht.

Dort heißt es neben wichtigen anderen Positionen zu einer defensiven Cybersicherheitsstrategie und zu der Forderung eines unabhängigen BSI unter anderem auch:

Damit auch nach einer Großschadenslage im Cyberraum die Versorgung der Bevölkerung sichergestellt werden kann, sind weiterhin die vorhandenen Bewältigungskapazitäten im BSI zu erweitern, indem ergänzende, ehrenamtliche Strukturen nach Vorbild des THW geschaffen werden.

Der vollständige Antrag ist hier zu finden:

Damit ist die Fraktion der Freien Demokraten die erste Fraktion, die unsere Forderung zur Gründung eines Cyberhilfswerks aufgenommen und zur Fraktionsposition gemacht hat. Dies freut uns sehr, denn wir sind davon überzeugt, dass ein Cyberhilfswerk ein notwendiger und wichtiger Schritt zur Erhöhung der Versorgungssicherheit der Bevölkerung ist.

Gerne beraten wir bei Interesse alle Fraktionen im Deutschen Bundestag, wie sie die Gründung eines Cyberhilfswerk bestmöglich auf die eigene politische Agenda setzen.